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Der zweite Rat, den er seiner Frau und allen Wesen gab, lautete wie folgt: „Wenn sich der Atem von unten nach oben wendet“, das heißt, beim Aus- und Einatmen, verfolgt man den Atem nicht.“ Aber wenn man zum Beispiel als Sportler, der vielleicht gerade läuft, ein und ausatmet, oder wenn man etwas zu erledigen hat und dabei schnell laufen muss, dann soll man sich nicht bis zur Erschöpfung verausgaben. Wenn man beispielsweise zu schwer atmet ... so wie hier, dann sollte man sich nicht im Laufen verlieren. Man sollte aber versuchen, das ... Wenn man sich auf nichts anderes konzentrieren kann, weil man laufen muss, weil man Sport treiben muss und einen Wettkampf hat, dann sollte man sich besser einfach bewusst machen, dass der Atem hereinkommt und hinausgeht. Und dann versucht man, sich auf das Wesen hinter all diesem Atmen und hinter all dieser körperlichen Betätigung zu konzentrieren, um sich zu zentrieren, um auf sich zentriert zu sein. Und in diesem Moment hat man dann, auch wenn man läuft, eine Erleuchtungserfahrung. Und das erleichtert natürlich das Unterfangen. Ich hoffe, ich habe ihn verstanden und es richtig erklärt. Wenn nicht, könnt ihr es mir später sagen. Wenn ihr es besser wisst, dann sagt es mir.Der dritte Rat ... Wisst ihr, wenn Shivas Lehre von irgendjemandem übersetzt wurde, ist das bereits verwirrend. Denn der Übersetzer hat ihn nicht unbedingt verstanden. Und dann hat auch sogar derjenige, der das vor ihm übersetzt hat, schon ein Durcheinander angerichtet. So viele Übersetzungen sorgen nur für noch mehr Verwirrung. Ich gebe mir große Mühe, euch zu erklären, wie ich es verstanden habe. Ich hoffe, ich stifte nicht noch mehr Verwirrung, als ohnehin schon herrscht.Der dritte Rat: „Oder sobald die beiden Atemzüge verschmelzen, versucht man, sich darauf zu konzentrieren.“ Man rezitiert natürlich die Fünf Heiligen Namen. In diesem Fall versucht man nicht, am Atem festzuhalten, sondern sich einfach zu besinnen, sich an etwas zu erinnern, und dann rezitiert man die Fünf Heiligen Namen und zentriert sich. Er meinte damit also: Ob man nun arbeitet, rennt, steht oder geht – es lässt sich immer etwas finden, worauf man sich konzentrieren kann. Und man rezitiert die Fünf Heiligen Namen, falls man doch einmal das Weisheitszentrum vergisst. Denn man muss ja wohl rennen. Man muss rennen und auf die Straße schauen. Wenn man sich zu sehr auf das Weisheitsauge konzentriert, vergisst man vielleicht, auf die Straße zu schauen, und kommt dann als Letzter an, statt den ersten Preis zu gewinnen.Denn die Person hat beim Übersetzen vielleicht nicht verstanden, was genau Shiva meinte, als er sagte, man solle sich auf das atemlose Wesen oder das energielose Energiefeld besinnen. Wie auf ein Tor ohne ein Tor, ein torloses Tor, solche Dinge. Es ist für jeden, egal auf welcher Ebene, sehr schwierig, die geheime Lehre eines Meisters zu verstehen. Und diese soll sehr tiefgründig und sehr geheim sein und von einem Meister an einen Schüler weitergegeben werden. Und wenn ein Weltlicher das zufällig hören würde, würde ihn das wohl verwirren; er könnte es schon gar nicht übersetzen, und dann obendrein noch aus einer vorhergehenden Übersetzung. Da gäbe es noch mehr Verwirrung. Deshalb gebe ich mein Bestes, es euch klar zu machen.„Das energielose Energiefeld-Zentrum“ – die energielose Energie – kann nur der Kosmos sein, kann nur für den Allmächtigen stehen, den Höchsten Meister in jedem Wesen. Also müssen wir uns, selbst beim Atmen und schnellen Laufen, immer auf dieses Zentrum besinnen, wenn wir können. Natürlich ist das schwierig. Deshalb sagen die Leute: „Na ja, wenn ich laufe, wenn ich arbeite, ist es sehr schwer, mich darauf zu besinnen.“ Okay, ihr müsst euch nicht ans Weisheitszentrum erinnern, sondern an das Weisheitswesen, das weise Wesen, das Wesen, das nicht rennt, das Wesen, das immer still ist. Bei jeder Handlung können wir versuchen, uns darauf zu besinnen.Wenn wir zum Beispiel schnell laufen, versuchen wir, uns an denjenigen zu erinnern, der still ist. Das ist unser wahres Selbst, unsere Identität. So in der Art. So habe ich es verstanden. Falls ich es falsch verstanden habe, bitte ich den Inder, mich zu korrigieren. Ist das so richtig, Brüder? Was denkt ihr? (Unser Wissen ist sehr begrenzt.) Du bist sehr bescheiden wie alle Inder. Was denkst du? „Devi“, da hinten? Findest du das in Ordnung?Okay, der vierte Rat, den Shiva seinen Schülern gab, lautet wie folgt: „Auch wenn der Atem ganz aus- oder ganz eingeströmt ist“, das heißt, wenn man ganz ausatmet oder ganz einatmet, atmet man einfach gerade so viel wie nötig ein, und hält in diesem Moment, also mittendrin, inne. „... in einer solchen universellen Pause verschwindet plötzlich das kleine Selbst, das physische Selbst. In diesem Moment ist es sehr leicht, die ganze Reinheit des wahren Selbst zu erkennen.“ Das soll mit der Übersetzung ausgesagt werden. (Da ist das Ein- und das Ausatmen, wenn wir versuchen, das Prana oder Pran zu erlangen.) Brana Brana. (Prana oder Pran.) Nein, nein, nein, es liegt dazwischen. Verwirre die Leute nicht, ja? Sprich hier kein Sanskrit! Ich verstehe es auch nicht. Ihr mit eurem Mahayana, Prana, Mahaprana und all dem. Kennst ihr diese Übung? Pranayama und all das?Na gut. Er meinte damit: Bevor man wieder ausatmet oder bevor man einatmet oder ... Mein Gott, gut, ich atme für euch ... Das ist der Moment, den er meinte, ganz am Anfang oder wenn alles raus ist. Selbst in diesen Momenten müssen wir uns an die Reinheit unseres wahren Seins erinnern. Das sagte er, aber es ist sehr schwierig. Wenn man unrein ist, wird man sich nicht daran erinnern. Man wird immer den Atem verfolgen, ein- und ausatmen, oder der Erschöpfung seines Körpers nachgehen und dann die wahre Identität unseres Seins völlig vergessen.Die fünfte Weise des Erinnerns ist, dass ... Nun, manchmal vergisst man es, nicht wahr? Also versucht man, sich zu erinnern, indem man „sein eigenes Wesen als Licht betrachtet, das in den Körper eindringt und ihn durchdringt. In diesem Moment wird man, indem man sich darauf besinnt, die Lebendigkeit in sich selbst, die wahre Lebenskraft in sich selbst wiedererwecken.“ Natürlich sollte man in diesem Moment nicht Guanguang (Meditation auf das innere himmlische Licht) praktizieren, denn das ist nicht möglich. Versucht also zumindest, euch bewusst zu machen und daran zu denken, dass ihr das innere himmlische Licht seid; erinnert euch an die Erfahrung, die ihr hattet, als ihr auf das innere himmlische Licht meditiert und das innere himmlische Licht gesehen habt. Wenn ihr also gerade nicht auf das innere himmlische Licht meditieren könnt, versucht zumindest, euch daran zu erinnern und bewusst zu machen, dass ihr das innere himmlische Licht seid. Okay, so verstehe ich es.Die gesamte Lehre hier ist lediglich eine Methode, die Neigung eures Geistes zum Abschweifen im Alltag zu überwinden. In jeder Situation gibt es also viele Möglichkeiten, den Geist wieder zu fassen zu kriegen. Deshalb lehrt er die Schüler so viele Weisen, den Geist zu bändigen. Denn wenn ihr den Geist auch nur eine Sekunde freilasst, denkt er sich allen möglichen Unsinn aus. Deshalb gibt es 112 Weisen, den Geist jeden Tag einzufangen. Wenn ihr sie also nacheinander anwendet, dann versucht vielleicht immer, euch auf die heilige Essenz unseres wahren Seins zu besinnen.Der sechste Ratschlag lautet: „Die Zwischenräume.“ Okay, okay. Also, manchmal vielleicht, wenn es regnet, heißt es hier: „In dem Raum zwischen den verschiedenen Blitzen ...“ Wisst ihr, manchmal, bei einem Gewitter, kommen die Blitze nacheinander, nicht wahr? Fühlt euch daher dazwischen auch so kraftvoll wie der Blitz des Universums. Selbst im Regen könnt ihr euch auf Gott besinnen; könnt euch an eure eigene Identität erinnern. Das ist es vielleicht, was der Meister meinte. Es sei denn, jemand, der weiser ist, sagt mir etwas anderes. Denn ich habe hier nicht die gesamte Schrift, ich habe nur eine sehr kurze, konzentrierte Essenz der Lehre. Und wir versuchen, daraus die bestmögliche Übersetzung zu machen, es bestmöglich auszulegen.Also fahren wir fort: Er sprach wieder liebevoll zu ihr. „Devi“, nannte er sie, Göttin, Göttin. „... ich glaube, du kannst auch versuchen, dich auf Gott zu besinnen oder Erleuchtung zu erlangen, indem du dir die Sanskrit-Buchstaben vorstellst.“ „Zunächst, da es Buchstaben sind ...“ Die Amerikaner, denke ich, sollten sich nicht die Sanskrit-Buchstaben vorstellen, sondern das Alphabet; das wäre klüger für uns. „Stell sie dir zunächst einzeln als Buchstaben vor, als physische Buchstaben, aber versuche später, sie eher als Laute wahrzunehmen.“ Wie A, B, und man muss sie nicht laut aussprechen, sondern versucht, sie als einen stillen Klang wahrzunehmen. „Und dann, wenn wir über den Klang hinausgehen, gelangen wir zum Gefühl.“ Versucht, die Schwingung der Buch- staben zu spüren, anstatt den Klang zu hören oder die geschriebenen Worte zu sehen. Ist das klar? Okay.Angenommen, ihr seid ein Lehrer. Ihr müsst das A, B, C oder Englisch unterrichten, und vielleicht könnt ihr euch in einem Moment der Ruhe nicht sofort konzentrieren; oder ihr habt Mittagspause, und seid geistig immer noch voll von A, B, C, D, E, F ... dann nutzt ihr auch das. Macht eine Kehrtwende und meditiert darüber. Zumindest konzentriert ihr euch. Angenommen, euer Geist ist immer bei der Arbeit, und ihr könnt euch in einem Moment der Stille nicht sofort wieder auf die Fünf Heiligen Namen einstimmen oder auf das Bewusstsein, das ihr euch wünscht. Dann nutzt die Situation und macht daraus eine Konzentrationsmethode. Meditiert, konzentriert euch, bis ihr eure Bewusstheit wieder wahrnehmt. Dann habt ihr wieder die Kontrolle zurück. Dann ist es in Ordnung. Rezitiert die Fünf Heiligen Namen und praktiziert Guanguang (Meditation auf das innere himmlische Licht).So wie die Amerikaner sagen: „Wenn dir jemand Zitronen gibt, mach Limonade daraus.“ Was sonst kann man tun? Sie sind zu sauer, also fügen wir etwas Zucker hinzu und machen daraus ein erfrischendes Getränk. Ähnlich verhält es sich mit unserem Geist, der ständig umherirrt. Wir müssen daher in jeder Situation versuchen, die dem Geist eigene umherschweifende Kraft zu nutzen, damit sie unserer Konzentration dient. Wie wir gestern gesagt haben: Wenn wir das Unkraut im Garten nicht ausmerzen können, dann lieben wir es oder versuchen, etwas anderes daraus zu machen. Versucht doch mal, aus den Löwen- zahnblättern einen Salat zu machen. Ja! Sie eignen sich hervorragend für Salat. Sehr nahrhaft.Tatsächlich ist es in Deutschland heute, da die Bebauung so stark ist, sehr schwer, noch Flächen mit Wild- wuchs zu finden, sodass Löwenzahn eine seltene Art ist. Und ihn auf dem Markt zu kaufen ist teuer! Ja, er ist teurer als gewöhnlicher Salat. Ich scherze nicht. Wisst ihr das, ihr Deutschen? Stimmt das? Hier ist niemand aus Deutschland. Ihr wisst das, oder? (In der Schweiz ist es genauso.) In der Schweiz ist es genauso, auch teurer als gewöhnlicher Salat, ja. Ich glaube es liegt daran, dass die Leute nicht mehr in die Natur gehen und diese Dinge pflücken. Also verkaufen die wenigen, die es tun, das auf dem Markt. Und man bekommt nicht so viel; man bekommt nicht reichlich davon. Ich weiß das. Als wir das letzte Mal in Deutschland waren, vor kurzem, habe ich ihn den Schülern gezeigt: „Den haben wir gestern gepflückt, und früher habe ich das auch getan.“ Und sie wollten etwas davon kaufen, und es ist teuer,teurer als der andere Salat. Also schaut nicht auf diese Wildkräuter herab. Heutzutage sind Wildkräuter teurer als die gezüchteten. Früher war es genau umgekehrt. Warum sprechen wir jetzt über das Essen? Schrecklich! Ich muss Hunger haben; ich habe noch nicht zu Mittag gegessen. Okay, gut.Kommen wir zurück zu den Sanskrit-Buchstaben, ja? Als Inder stellt ihr euch natürlich die Sanskrit-Buchstaben vor. Zuerst als geschriebenes Wort, dann als Klang, dann als Gefühl, und schließlich lasst ihr all das hinter euch und seid frei. Frei von allem Denken, aller Vorstellungskraft, allen Gefühlen, allem Nichts. Sitzt einfach da und genießt. Okay.Photo Caption: „4 Blätterteig-Törtchen mit diversen Marmeladen – Kirsche, Erdbeere, Orange und andere Zitrusfrüchte“ (Alles, was hier zu sehen ist, empfindet keinen Schmerz.)











